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Perspektivenänderung

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind. 
(Römer 8, 28 – Elberfelder Übersetzung)

Nachdem ich die letzten beiden Tage über Sorgen und Kummer geschrieben habe, möchte ich heute mal darauf eingehen, wie wir mit den Dingen umgehen sollen, die unser Leben belasten, die uns zum sorgen veranlassen und uns bekümmern.
Denn die Bibel schreibt darüber ja nicht, weil es nicht so wäre: Wir haben Dinge in unserem Leben, die uns Sorgen und Kummer bereiten.

Kein Leben, weder das eines Christen, noch das eines Nichtchristen, verläuft nach dem Friede-Freude-Eierkuchen-Prinzip. Wir wünschten oft, es wäre so und manchmal glauben wir auch, dass es eigentlich so sein sollte. Und es ist ja auch nicht ganz unberechtigt. Wer wünscht sich nicht, dass wir in einer friedlichen Welt leben? Wir in Deutschland haben ja zumindest das Glück, schon seit über 60 Jahren in keiner direkten kriegerischen Auseinandersetzung zu leben. Aber um uns herum bekommen wir es doch zu Hauf mit. Und ganz zu schweigen von dem „Unfrieden“ zwischen uns Menschen, in unseren Bekanntschaften, Freundschaften, Beziehungen und Partnerschaften.
Und auch an der Freude mangelt es uns häufig. Und auf Eierkuchen haben wir bei dem ganzen Dioxin-Skandal auch keine Lust mehr. Das Prinzip geht also nicht auf.

In unserem Leben passieren Dinge, die uns schockieren und frustrieren. Es gibt so viele schlimme Dinge, die wir nicht verstehen, bei denen wir nicht einsehen, warum gerade UNS das JETZT passieren muss. Und in den seltensten Fällen finden wir (auch im Nachhinein) eine Erklärung, die für uns allen Frust, allen Schmerz, alle Verletzungen rechtfertigt.

Das spannende ist, dass die Bibel, in diesem Fall Paulus, uns zeigt, wie wir mit diesen Dingen umgehen können bzw. auf welche Weise wir sie betrachten sollen.

Wir wissen, dass denen...“ - Allein dieser Anfang ist schon eine Provokation. Hier geht es um WISSEN. Nicht (nur) um Glaube, oder Hoffnung oder Vertrauen oder Gebet. Es steht nicht: Wir glauben, dass oder Wir vertrauen darauf, dass oder Wir beten dafür, dass oder Wir hoffen, dass. Es steht: WIR WISSEN, DASS – Meines Erachtens eine völlig andere Perspektive: Das ist etwas standhaftes, etwas wovon wir überzeugt sein sollen.

„Wir wissen, dass denen, die Gott lieben...“ - Noch eine Provokation. Diese Satz beinhaltet ebenso wenig das Friede-Freude-Eierkuchen-Prinzip für die ganze Menschheit, wie unser Leben. Wie wir die „Ungereimtheiten“ in unserem Leben betrachten können, hängt davon ab, wie wir Gott gegenüber stehen. Und es reicht nicht, wenn wir die Existenz eines Gottes anerkennen oder Gott fürchten. Wir sollen ihn LIEBEN, DAS ist die Voraussetzung

„Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken...“ - Alle Dinge. Nicht nur die friedlichen Dinge und die fröhlichen Dinge. Auch die Dinge, in denen Hass vorherrscht und Unzufriedenheit und Traurigkeit und Schmerz. ALLE diese Dinge werden zum Guten mitwirken. In einer anderen Übersetzung heißt es „alle Dinge zum Besten dienen“.

Für mich bedeutet das, dass egal was uns passiert, uns – die wir Gott lieben –, zum GUTEN führen wird. Was das „Gute“ jetzt genau ist, kann ich nicht sagen. Aber ich darf glauben, dass das, was Gott als „gut“ bezeichnet, auch gut ist! Und das sollte unsere Perspektive auf die Dinge, die uns bekümmern, ändern – denn Gott wird es benutzen um etwas Gutes daraus zu machen!

Kommentare

  1. Wissen = I know that I know that I know that I know....to be continued

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  2. Die Perspektive gefällt mir außerordentlich! Es ist soooo toll zu WISSEN und nicht nur zu wissen ;)

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